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Aufruf für ein bundesweites neues Bündnis

In Berlin erlebt gerade die bundesweite Aktion „unteilbar“ ihre politische Wiedergeburt in einem neuen Bündnis unter dem Namen »Hand in Hand«.

Erreichen möchte man, „was die politischen Parteien derzeit nicht schaffen: Demokratie und Menschenrechte gegen rechte Ideologien und Populismus zu verteidigen“. „Wir rufen dazu auf, der rechten Normalisierung in Deutschland und Europa nicht länger zuzuschauen.“

Die Gruppe hat sich bereits vor einigen Monaten gegründet, sagte Tareq Alaows, Referent bei Pro Asyl und Pressesprecher des neuen Bündnisses im Berliner Tagesspiegel. Aber: „Nach den Correctiv-Recherchen musste alles ganz schnell gehen.“

Die Herausforderung: 
Sammeln. Bündeln. Verstetigen.

Nutzen, bündeln und verstetigen will das Bündnis – jetzt – den Schwung von Hunderttausenden, die in diesen Wochen gegen Rechtsextrimismus und Rassismus auf die Straße gehen.

  • Gemeinsames Ziel ist es, bundesweit eine breite zivilgesellschaftliche Vernetzung auf die Beine zu stellen: sichtbar, vielseitig und vernehmbar.
  • Mit eigenen Aktionen will das Bündnis im Laufe des Jahres – insbesondere im Kontext der bevorstehenden Kommunal-, Europa und Landtagswahlen – die Stimme für Demokratie und Menschenrechte erheben und lokale Initiativen im Kampf gegen rechts unterstützen.
  • Bisher haben bereits um die 2.000 Organisationen, Initiativen und Vereine den Aufruf für die Verteidigung einer offenen und demokratischen Gesellschaft unterzeichnet (u.a. auch ver.di sowie die IG Metall Berlin) – und täglich werden es mehr.
  • Klasse: Der Aufruf liegt offensichtlich in mehreren (!) Sprachen vor. Dazu werden Tipps & Tools (Profilbildgenerator, Plakate & Flyer, Sharepics) zum Mitmachen geboten.
  • Nicht in Berlin? Macht nichts! »Hand in Hand« freut sich über alle, die selbst ein Bündnis vor Ort aufbauen oder weitere Aktionen starten wollen!
  • Ein Leitfaden zum Aufbau lokaler und regionaler Aktionsgruppen ist in Arbeit.

Eindrucksvoller Auftaktaktion für das Bündnis war der 3. Februar. Unter dem Motto #WirSindDieBrandmauer startete eine Großdemonstration bei der anschließend eine »menschliche Brandmauer« (Menschenkette) rund um das Bundestagsgebäude gebildet wurde. 

Informieren. Weitersagen. Aktiv bleiben.

Hier der Aufruftext und die noch offene Liste der Erstunterzeichnenden für das neue Bündnis: www.gemeinsam-hand-in-hand.org 

Auch die IG Metall  folgte dem Aufruf

Kaum Fortschritte bei der Gleichstellung

Der Internationale Weltfrauentag 2024 ist vier Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie eine gute Gelegenheit, den Stand der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern zu bilanzieren. Im Blick: die Verteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit. Wir erinnern uns:

Als Paare im Lockdown bei geschlossenen Kitas und Schulen zwischen Kurzarbeit und systemrelevanten Tätigkeiten die Verteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit neu verhandeln mussten, verbanden sich damit große Hoffnungen. Würde die Pandemie die Geschlechterverhältnisse durchrütteln? Zunächst zeigte sich im ersten harten Lockdown tatsächlich, dass der Anteil der Väter an der Sorgearbeit stieg. Jetzt sehen wir: Dies war leider nur von kurzer Dauer.

Aktuelle Daten des WSI zeichnen ein ernüchterndes Bild

Die Muster der Verteilung der Sorgearbeit haben sich durch die Pandemie nicht nachhaltig verändert. Der sogenannte Gender-Care-Gap hat sich im Vergleich zur Situation vor der Pandemie kaum verringert. Zahlen aus dem Statistischen Bundesamt weisen in die gleiche Richtung: Frauen leisten im Durchschnitt 43 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer.

Das entspricht neun Stunden pro Woche

Bei allen Frauen, aber insbesondere bei Müttern mit jungen Kindern, wirkt sich die starke Belastung durch Sorgearbeit auf die Erwerbsbeteiligung aus. Sie leisten deutlich weniger Stunden Erwerbsarbeit als Männer, mit erheblichen negativen Folgen für ihre soziale Absicherung. Rechnet man jedoch bezahlte Erwerbs- und unbezahlte Sorgearbeit zusammen, arbeiten Frauen 1,5 Stunden in der Woche mehr als Männer.

Frauen arbeiten also mehr als Männer für deutlich weniger Geld, weil der Großteil ihrer Arbeit aus unbezahlter Sorgearbeit besteht. Im Hinblick auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen zeigen die Zahlen, dass die in Debatten über den Fachkräftemangel häufig gestellte Forderung, Frauen sollten mehr Erwerbsarbeit leisten, sehr voraussetzungsvoll ist.

Denn: Sorgearbeit ist auch Putzen, Waschen und Kochen

In der jetzigen Situation würde eine höhere Erwerbsbeteiligung zu weiterer Mehrarbeit und zusätzlicher Belastung von Frauen, insbesondere Müttern, führen. Selbst ein deutlich verbessertes Angebot an Kinderbetreuung würde den Care-Gap jedoch nicht schließen, denn die Daten zur Zeiterhebung zeigen deutlich: Sorgearbeit ist mehr als Kinderbetreuung; dazu gehört z. B. auch Putzen, Waschen oder Kochen. Fazit:

Es braucht eine doppelte Umverteilung:

  • Erwerbsarbeitszeit muss von Männern zu Frauen umverteilt werden,
    um Vätern zeitliche Spielräume für mehr Sorgearbeit zu öffnen.
  • Gleichzeitig sollte Sorgearbeit von Frauen zu Männern verteilt werden.
    Zeit für mehr Gleichstellung zwischen den Geschlechtern!

„Die Daten unserer aktuellen Erhebungen und Studien zeigen, dass die beide Gechlechter dies auch wünschen!“, unterstreicht Prof. Dr. Bettina Kohlrausch, Wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung.

Weitere Infos:

Studie: Erwerbstätige Mütter übernehmen meist Großteil der Kinderbetreuung ›

Equal Care Day – Wie steht es um sorgende Männer? – Systemrelevant Podcast ›

Wanderausstellung zu Besuch in Beverungen

„Es geht nicht nur darum zu leben, sondern vielmehr darum,
wie und unter welchen Bedingungen wir leben.“

Otto Brenner, 1972

Seit 50 Jahren gibt es die Otto Brenner Stiftung (OBS). Sie setzt sich für ein faires Arbeitsleben, eine starke Demokratie und eine kritische Öffentlichkeit ein. Besonders bekannt ist der jährlich verliehene Preis für kritischen Journalismus.

  • Diesen runden Geburtstag feiert eine Wanderausstellung. Sie bietet Einblicke in ein halbes Jahrhundert Stiftungs- und Gewerkschaftsgeschichte, immer entlang von bedeutenden Ereignissen und prägenden Forschungsthemen.

Die OBS fördert Forschungsprojekte oder Veranstaltungen, die sich kritisch mit gesellschaftlich relevanten Thematiken auseinandersetzen und den Schwerpunkten der Otto Brenner Stiftung – Medienpolitik und Medienkritik, Zivilgesellschaft und Demokratie, Gewerkschaften, Arbeit und Globalisierung, Ost- und Westdeutschland – zugeordnet werden können.

Die Projektergebnisse werden als OBS Publikationen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Alle Publikationen der Otto Brenner Stiftung sind übrigens kostenfrei bestellbar und herunterladbar und werden auch kostenfrei versandt.

Wir laden ein zum Besuch:

Die Ausstellung wird bei uns im BiZ Beverungen – in der Seminarebene –
vom 14. Februar bis 26. April 2024 zu sehen sein.

Kompass für die Praxis: Das IGM Bildungsprogramm 2024 liegt vor

Hurra, das Bildungsprogramm 2024 für Betriebsräte, Schwerbehindertenvertretungen und JAVIS ist da! Gut so, denn gerade in diesen Zeiten ist klar: Ohne Bildung geht es nicht. 

Qualifizierung ist einer der wichtigsten Schlüssel für eine starke und erfolgreiche Mitbestimmung im Betrieb und Unternehmen. Wir freuen uns deshalb, euch hier die zentralen Angebote für das Bildungsjahr 2024 zu präsentieren (siehe Download unten).

Team IG Metall – stark im Betrieb

Die veränderte Weltlage und neue Konflikte erweisen sich als zusätzliche Treiber der Transformation und erhöhen den Handlungsdruck aller Mitbestimmungs-Akteur:innen. Umso wichtiger sind gut ausgebildete, schlagkräftige Gremien, die sich als Team verstehen und die Kräfte und Kompetenzen bündeln. Besonders mit Blick auf die Vertrauensleutewahlen.

Deshalb haben wir unser Coaching für Gruppen und Einzelpersonen und Teamentwicklung für Gremien ausgebaut. In diesem Jahr gibt es erstmals auch eine Coaching-Reihe »Erfolgreiche Rollenklärung« für Vertrauenskörperleitungen und BR-Vorsitzende sowie ein Coaching-Angebot für Referent:innen. Betriebsratsmitglieder können sich in einer neuen Ausbildungsreihe zum Betriebscoach weiterbilden – auch im Bereich Kommunikation und Verhandlung.

Unser Bildungsprogramm ist jetzt noch konsequenter auf Power vor Ort ausgerichtet. Wir verstärken unsere projektbezogenen Aus- und Weiterbildungsreihen, setzen unsere »Zukunftsreihen« für Veränderungsprojekte fort und starten eine tarifpolitische Bildungsoffensive, um die Anwendung von Tarifverträgen zu unterstützen.

Tarifpolitische Bildungsoffensive

Die zukunftsweisende Tarifpolitik ist die Kernkompetenz der IG Metall. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Betriebe mit Tarifbindung ab. Das wollen wir ändern. Deshalb ist es wichtig, das aktive Metaller:innen wissen, wie gute Tarifverträge entstehen, was sie beinhalten und wie man sie als Bewegung durchsetzt. Wir laden euch herzlich ein unsere vielfältigen Angebote zum Thema Tarif zu nutzen.

Nah dran: Transformation und gute Arbeit

Um die betrieblichen Themen Transformation und gute Arbeit zielgerichtet und erfolgreich anzugehen, bieten wir mehrere neue Seminare zu Transformation, künstlicher Intelligenz, zur Beziehung Mensch-Roboter, zur Mobilitäts- und Energiewende sowie Arbeitszeit an. Ein Kompass für die Praxis. Im Mittelpunkt unserer Seminare steht immer auch die Frage: Wie legen wir Mitbestimmungsprozesse beteiligungsorientiert an, wie aktivieren wir Beschäftigte? Dabei bieten euch die Seminare der IG Metall natürlich auch einen Raum, um mit anderen Kolleg:innen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln – und das in der tollen Atmosphäre unserer Bildungszentren.

Ihr seht: Unser Bildungsprogramm bietet einen guten Kompass für die Praxis. Wir freuen uns auf eure Teilnahme und wünschen weiterhin viel Erfolg. Hier zum Downloaden:

Warum nicht mal nach Beverungen?

Gerne! In unserem >>Seminarfinder 2024 in Beverungen sind alle zentralen Seminarangebote aufgelistet, die hier bei uns im Haus stattfinden.